Frage:

1. Weshalb ist kurz nach der Gründung des WVA eine andere Vereinigung (SGVA) aufgetaucht, welche dieselben "Ziele und Erwartungen" formulierte? Wo liegt die Notwendigkeit für eine ähnliche Vereinigung, wenn das Ziel darin liegt, eine einmalige Vereinigung für ALLE Vaishnavas zu haben? Ist das nicht eine andere Form der unnötigen Aufspaltung?

2. Ich war dann wirklich überrascht, als ich bemerkte, dass dieselben Gründungsmitglieder (Senior Vaishnavas) des WVA auch Mitglieder beim SGVA wurden. Kannst du mir etwas Licht auf diese Fakten bringen?
Denn ich kann das überhaupt nicht verstehen. Weshalb haben wir zwei Vereinigungen? Weshalb stimmen die Geweihten einer solchen Idee zu?

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Antwort:

Die WVA wurde 1994 gegründet. Davor wurde während einigen Jahren an ihrem Aufbau gearbeitet. Als dann schliesslich (1994) Srila Bhakti Pramode Puri Maharaja einwilligte, ihr Präsident zu werden, kam sie in Schwung. Vom ersten Augenblick an ging es um die Idee, die Beziehungen zwischen allen Vaishnava Missionen zu erleichtern.

Jene, die sich früher in der ISKCON befanden und nun in der Gaudiya Math sind, so wie ich, wünschten sich, unsere Gottbrüder von ISKCON auf dieselbe gemeinsame Ebene zu bringen. Leider antwortete die ISKCON auf die Einladungen in der Form, dass sie an den Treffen nicht teilnahm und die Existenz des WVA ignorierte. Mit der Ausnahme von Bhakti Swarupa Damodara Swami. Dann starteten sie einige Jahre später die Saraswat Gaudiya Vaishnava Association (SGVA), welche sich hauptsächlich auf Mayapur und die Situation dort konzentrierte. Da es in unserem Interesse lag, die Beziehungen zu erleichtern, haben viele Missionen, die dem WVA angehörten, die Einladung des SGVA angenommen, um ihren guten Willen zu zeigen, um jeden Preis eine gemeinsame Ebene für die Vaishnavas schaffen.

Einige wenige, in diesen Dachverbänden nicht so aktive Vaishnavas, konnten den Unterschied zwischen den beiden Organisationen nicht verstehen. Aber über die Jahre hinweg konnte man verstehen, dass die SGVA nicht mal viele ISKCON Mitglieder einbeziehen konnte. Und schliesslich haben sich letztes Jahr (2004) viele der Gaudiya Math Geweihten über den SGVA, oder besser gesagt, über die ISKCON ziemlich aufgeregt, weil die Strassenkonstruktion, um die im Namen der SGVA ersucht worden war, den Interessen der Gaudiya Math völlig entgegenlief und einzig den Interessen der ISKCON diente. An diesem Punkt begann jeder in der Gaudiya Math den Unterschied zwischen der SGVA und dem WVA zu verstehen. Glücklicherweise verfügte Srila Bhakti Bhallaba Thirtha Maharaja, der gegenwärtige Präsident des WVA, über sehr gute Verbindungen zum Obergericht in Kalkutta und konnte rasch intervenieren, so dass der Bau der Tempeltore verhindert werden konnte.

Die Bemühung, eine Plattform zu finden, die alle Gemeinsamkeiten der unterschiedlichen Vaishnava Missionen beschützt oder verteidigt, wird von vielen Menschen in den verschiedenen Missionen verstanden, doch die grossen Missionen sind verängstigt durch diese Annäherung. Augenscheinlich mögen sie es nicht, dass ihre Mitglieder in die pluralistische Existenz vieler Vaishnava Missionen eingeführt werden, die von Sri Chaitanya gesegnet sind, um Seite an Seite zu dienen. Sie wollen ihre Schüler glauben machen, dass ihre jeweilige Anstrengung die einzig wahre Vaishnava Mission in der Welt darstellt, oder zumindest die einzige sei, auf die man seine Aufmerksamkeit richten sollte. Deshalb sind sie abgeneigt, sich aktiv mit der WVA zu verbinden. Wäre dies nicht der Fall, wäre die WVA auf allen Ebenen wirksamer und kräftiger. Aber wir hoffen und beten weiterhin, dass die Zeit dies noch verändert und die gewünschte Situation herbeigeführt werde, welche die Gründungsväter der Visva Vaishnava Raj Sabha, dem ursprünglichen Namen der WVA, sich erdacht hatten.

 

 

 

 

 

 

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