Frage:

Weshalb streiten sich Vaishnavas manchmal so schnell miteinander?

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Antwort:

Nicht derselben Meinung zu sein und sich miteinander darüber auseinanderzusetzen, ist ein natürlicher und gesunder Vorgang in unserem persönlichen individuellen Reifeprozess. Aber sich darüber zu erzürnen und in manchen Fällen sogar so weit zu gehen, die Beziehung an sich in Frage zu stellen, halte ich persönlich für eine üble Sache, und ist in der Tat völlig unsinnig. Es ist ein Beweis für unser Kali-Yuga-Samskara*.

Aus diesem Grunde bitte ich alle Gottgeweihten inständig, solche Situationen als eine gute Gelegenheit zu betrachten, die eigene Reife zu entwickeln, und als besondere Lehre in Bezug zu «trinad api sunicena»** anzunehmen. Auf diese Weise werden wir alle Segnungen schneller und besser empfangen können.

 

* Samskara: Latente psychische Tendenzen; Verhaltensimpulse. Die Samskaras sind verborgene dynamische Eindrücke, welche die Erfahrungen aus den früheren Leben hinterlassen haben.
Samskaras bilden die Gewohnheiten und den Charakter des Menschen und drücken sich in Instinkt, Impuls, Wunsch,, Reaktion, Überlegung, Agressivität, Besonnenheit, Egoismus, Hilfsbereitschaft, Verzicht usw. aus.

Samskara verursacht, dass man auf jedes Geschehen reagiert. Ist man mit etwas Positivem oder Negativem konfrontiert, wird das Manas (der Geist) von den Eindrücken aus früheren Erfahrungen , auch wenn diese mehrere Leben alt sind, gelenkt und man reagiert entsprechend.
Das Umfeld spielt eine wichtige Rolle bei der Bildung neuer Samskaras, da diese durch die Erfahrungen entstehen. Der Samskara-Bestand, auch Vasana genannt, führt dazu, dass man die eigenen Makel und auch - gelenkt durch den Paramatma - die Reaktionen des eigenen Karma erlebt.

** Die erste Zeile eines Verses von Chaitanya Mahaprabhu über die Praxis der Demut.

 

 

 

 

 

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