Frage:

Ich habe gelesen, Chanten und Beten sei besser als Meditieren. Allerdings fällt mir das demütige Dienen immer noch schwer. Weshalb ist also Meditieren nicht gleich gut wie Chanten oder Beten?

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Antwort:

Eigentlich gibt es keinen Unterschied zwischen Chanten und Meditieren. Chanten wird ja auch Mantra-Meditation genannt. Es gibt verschiedene Arten des Chantens: Es kann laut zusammen mit Musik ausgeführt werden, es kann leise für sich alleine ausgeführt werden und es kann im Geist ausgeführt werden ähnlich dem Gayatri-Mantra. Das wird Gedanken-Meditation genannt.

Meditation, Konzentration, wird als smaranam, dharanam, dhyana, dhruva, anusmrti und samadhi beschrieben.
Der erste Schritt ist smaranam: sich erinnern. Sich an die Dinge zu erinnern, die man vernommen hat, die als beruhigend und erklärend empfunden werden. Sich zu erinnern: "Ah ja, das zeigt, wie es ist. Ich bin nicht dieser Körper. Ich bin tatsächlich eine spirituelle Seele. Ich sollte meine Beziehung mit Gott entdecken." Und so weiter ...
Dann kommt dharanam. Dharanam bedeutet, wenn man in diese Art von Gedanken einsinkt; wenn diese Gedanken fast ein Teil von einem werden und äusserliche Dinge aufhören, einem abzulenken.
Und auf diese Weise geht es weiter bis samadhi erreicht ist, wo man seine vollständige spirituelle Identität erkennt.

Daher ist Meditation an sich lediglich ein Versuch der westlichen Leute, zu beschreiben was geschieht, wenn man sich der Transzendenz widmet. Mantra-Meditation wird als etwas sehr wichtiges beschrieben, da es - wie du in deiner Frage erwähnt hast -, mit einem demütigen Gebet verbunden ist. Dieses demütige Gebet wird erscheinen, wenn du dir wünschst, den Mangel an Demut zu überwinden, den du früher aufgewiesen hast. Es ist nur eine Frage der Zeit. Jemand mag vielleicht schon die Stufe von Dhyana erlangt haben, aber immer noch nicht demütig sein. Das mag der Fall sein. Deshalb ist die Schlussfolgerung:

harer nama harer nama
harer namaiva kevalam
kalau nasty eva nasty
eva nasty eva gatir anyatha

Sri Chaitanya Mahaprabhu zitiert diesen Vers aus dem Brihan-Naradiya Purana (38.126), der besagt, in diesem Zeitalter der Konflikte sei das Wiederholen des inneren Gebetes der Namen des Herrn der einzige Weg, um von Überheblichkeit frei und spirituell hingegebener zu werden; bis hin zu Samadhi. Samadhi bedeutet: ununterbrochen - nicht eine halbe Stunde zu meditieren und dann wieder alles zu vergessen. Es bedeutet, dass du ein spirituelles Leben lebst. Mit offenen oder geschlossenen Augen - das spielt keine Rolle. Dies könnte man als die höchste Ebene der Meditation betrachten.

Und Sri Krishna weist in der Bhagavad Gita darauf hin, dass dieses Verhalten ihm sehr lieb ist, indem er erklärt: "Denke immer an mich, werde mein Geweihter, bringe mir deine Ehrerbietungen entgegen." Tatsächlich sagt Sri Krishna, dass er sich nach einer Herz-zu-Herz Beziehung mit uns sehnt.

Wer lädt einen anderen dazu ein, immer an ihn zu denken? Du musst eingehend darüber nachdenken. Niemand sagt das zu einem anderen. Im Äussersten will jemand, der die andere Person so sehr liebt, dass diese Person ihn nicht vergisst. So entwickelt sich durch die Meditation eine sehr liebevolle Gesinnung. Sie entwickelt sich durch Verehrung. Diese Haltung der Verehrung, der Bhakti, ist sehr segensreich.

Für das Singen von Sri Krishnas Namen gibt es eine "Übersetzung": "Mein lieber Herr, bitte lass mich ein Instrument deiner Liebe werden." Und wenn du während des Chantens dieses Gefühl verspürst, wirst du darüber so glücklich werden, dass du ganz natürlich ein Instrument seiner Liebe sein willst. Mit anderen Worten: Dann bist du bereit zu handeln. Das ist das wahre Ziel der Verinnerlichung in der Meditation.

Und dann wird im Herzen des Lehrlings eine spontane Haltung etabliert, durch die er ein spontaner Geweihter des Herrn werden kann, der nicht mehr länger von all den Regeln und Regulierungen abhängt, sondern bereits der Essenz von allem gewidmet ist. Das ist ein grosses Geschenk.

 

 

 

 

 

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