Frage:

Wer ist ein Vaishnava?

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Antwort:

Vaishnavas sind nicht leicht zu finden. Denn es sind jene, die sich mit ihrem ganzen Herzen Sri Krishna gewidmet haben. Selbst wenn sie dies nicht 24 Stunden im Tag tun können wie Haridasa Thakura, sind sie sehr wichtig. Natürlich mag es einige besondere und aussergewöhnliche Talente geben. Zum Beispiel ist ein Gottgeweihter, der es nicht mag, andere zu kritisieren und der auch keine Spekulationen über andere Gottgeweihte ertragen kann, etwas sehr Besonderes.
Oder beispielsweise ein Geweihter, der um bestimmte Mängel eines anderen Geweihten weiss, doch darüber nicht sprechen mag, ausgenommen dieser andere Geweihte bittet ihn diesbezüglich um Hilfe, ist ein hervorragender Gottgeweihter.

Ein Geweihter der täglich uneigennützig acht Stunden Dienst für Krishna ausführt, um seinen geistigen Meister zu unterstützen, der immer nett mit anderen ist und seinen Dienst auf angenehme Art ausführt, darf als ein fortgeschrittener Geweihter verstanden werden. Diese Art von Gottgeweihtem wird "Lakhpatti" genannt, weil er eine Haltung angenommen hat, als würde er täglich 64 Runden chanten.
Es ist sehr wichtig Dienst auszufüren und den Sadhana zu fördern, die Umwandlung in seinem eigenen Leben. Stellt euch einen Geweihten vor, der sich bemüht, anderen zu dienen. Das ist ein äusserst bewundernswertes Merkmal.

Ich beziehe mich auf die Art Gottgeweihter, der immer aufmerksam ist, und wenn andere Geweihte ihn besuchen, sorgsam darauf achtet, dass jedem ein Sitz, ein Glas Wasser und etwas zu essen angeboten wird. Ich beziehe mich auf diese Art Gottgeweihter, der dir ein Lächeln zukommen lässt, selbst wenn du keinen Grund dafür geliefert hast. Und nicht weil er dir etwas verkaufen will oder irgendwelche versteckte Gründe dafür hätte. Sondern weil er Krishna in deinem Herzen sehen kann. Er erkennt Krishna, der dich zu ihm gesendet hat, so dass er dir noch mehr dienen kann.
Der Geweihte, der den Unterweisungen seines geistigen Meisters mit all seinen Möglichkeiten folgt und einen natürlichen Kampf gegen die Faulheit führt. Niemand hat ihm etwas zu sagen, doch er lauscht mit grossem Vergnügen, wenn andere Geweihte etwas zu sagen haben. Er ist so fortgeschritten, dass er davon überzeugt ist, dass er überhaupt keinen Fortschritt erzielt hat. Wenn er irgendeine Art von Störung mit jemandem anderen hat, studiert er sehr sorgsam, welche Art von Fehler er begangen hat, der den Konflikt auslöste. Er ist selber immer verwirrt ... aber nur durch seinen eigenen Geist. Wenn er spricht, tönt es wie ein Lied von Bhaktivinoda Thakur, doch gleichzeitig hat er das Gefühl, dass er überhaupt nichts weiss.

Wie viel wissen wir wirklich? Wie viele Bücher müssen wir lesen, um etwas zu verstehen? Wie viel Tapasya (Entsagung) müssen wir ausführen, um fortzuschreiten? Gute Fragen! Aber es gibt keine Antworten darauf. Denn es gibt keine Möglichkeit, auf diese Weise fortzuschreiten. Nur wenn die Barmherzigkeit von Shri Guru und Gauranga in der Gestalt einer Person herunterkommen, ist es möglich, spirituell fortzuschreiten. Nur durch die reine Barmherzigkeit und indem man äusserst freundlich mit anderen umgeht.

Jemand, der denkt, er würde es verdienen, als fortgeschrittener Geweihter betrachtet zu werden, vergisst das Wichtigste von allem: Er vergisst, dass es die Beharrlichkeit im hingebungsvollen Dienst ist, die unsere Verunreinigungen verbrennt. Anderen Ehre zu erweisen, ohne für sich selbst die geringste Achtung zu erwarten, ist der grosse Weg, den Chaitanya Mahaprabhu für uns ausgewählt hat. Auf diese Weise können wir etwas Wunderbares erreichen, trotz Kali-Yuga. Etwas, so wunderbar, wie ein reiner Gottgeweihter in dieser Welt. Stellt euch das mal vor.

Wie ist ein Gottgeweihter zu erkennen? Er ist sorgfältig. Er achtet darauf, vollkommen zu dienen. Er achtet darauf, den Namen des Herrn aus der Tiefe seines Herzens zu chanten. Er achtet darauf, den Vaishnavas, die ihn umgeben, so oft und so viel als möglich zu dienen. Er achtet sorgfältig auf die Verehrung und die Erinnerung an seinen Herrn, seinen Ishtadeva (den verehrungswürdigen Herrn seines Herzens). Er achtet darauf, jedem ein gutes Vorbild zu sein. Er achtet darauf, im heiligen Land von Krishna zu leben. Er achtet darauf, allen Seelen zu helfen, die gar nichts über Krishna wissen. Sich zu achten bedeutet, zu verstehen, um was es sich bei den verschiedenen Kategorien von Vaishnavas handelt. Er versteht die Wünsche des geistigen Meisters, selbst wenn diese nicht klar erwähnt sind. Es gibt im Vaishnavatum Prioritäten, die nur von denen verstanden werden können, die sich um diese Dinge kümmern. Gottgeweihte, die den ganzen Tag und die ganze Nacht über alles sprechen können, dass einem näher zu Krishna bringt. Jemand, der über alles sprechen will, das hilfreich für das Verständnis von Radha-Dasyam ist. Sie kennen Maya und ihre Verlockungen, doch von dieser Art von Bewusstsein sind sie von Herzen abgestossen. Und sie sind noch weniger an dieser Art von dummen und destruktiven Gesprächen interessiert, die bloss zeitweilige Sinnenfreude zum Thema haben.

In der materiellen Welt wirst du immer wieder beobachten können, dass bestimmte Personen an Gesprächen über bestimmte Themen interessiert sind. Wenn man es mag, über eher philosophische Themen zu sprechen, ist es den meisten nicht mehr möglich Schritt zu halten. Wenn ein junger Mann stark in ein bestimmtes Mädchen verliebt ist, ist er nicht mehr an anderen Frauen interessiert. Wenn es ein köstliches Prasadam-Festessen gibt, bist du nicht mehr daran interessiert, irgendwo zum Essen hinzugehen. In ähnlicher Weise, wenn der wahre spirituelle Wunsch in deinem Herzen festsitzt, willst du einfach nur noch besser und besser dienen, weil du fühlst, dass du immer noch nicht genug dienst.

Doch da gibt es ein Geheimnis, wenn alle weltlichen Gewohnheiten verschwinden. Es ist höchst erstaunlich. Es geschieht, wenn Nistha, spirituelle Beständigkeit, sich als eine unwiderrufliche Tatsache in dir festgesetzt hat. Wenn transzendente Gefühle beginnen, dein Herz zu überschwemmen. Wenn dein Wunsch zu hören und zu singen wichtiger werden, als eine Pizza - oh entschuldige, das wunderbare Mahl, das zu Krishna geopfert wurde. Einen Vaishnava zu sehen, der nur Anzeichen der Neigungen zu solchen Eigenschaften aufweist, ist fantastisch.

Wenn ein Gottgeweihter eingeweiht wird, wird er Mitglied einer Vaishnava Familie. Alle Türen stehen ihm offen. Wenn er die Regeln einhält und keinerlei Vergehen gegen Vaishnavas begeht, kann ihn nichts zerstören.
Srila Rupa Goswami sagt in seinem Upadeshamrita, wir sollen jeden ehren, der im Geiste den heiligen Namen des Herrn singt. Unabhängig davon, ob er in derselben spirituellen Familie eingeweiht wurde wie du oder nicht. Jene zu treffen, die eingeweiht wurden und die ihre Versprechen halten, ist ein wahres Vergnügen.

Wie immer ist das Vaishnava-Prinzip gültig: mit sich selbst streng zu sein, aber sehr barmherzig und nachsichtig mit anderen. Wie auch immer, es gibt nicht zu viele Vaishnavas in der Welt, die Gott so ernst nehmen und vor dem Handeln überlegen, ob Gott ihre Tätigkeiten billigen würde.

Es ist wundervoll ein Brahma-Gaudiya-Vaishnava zu sein, doch in uns sollte es nicht die geringste Spur von Arroganz gegenüber den Gottsuchern aus anderen Traditionen geben. Sonst sind wir weder demütig noch wahre Vertreter der Ideale unserer Parampara (Schülernachfolge).
Wie du sehen kannst, ist es wundervoll einen Vaishnava zu treffen. Und unser Gurudeva Srila A.C. Bhaktivedanta Prabhupada schritt mit so viel Liebe durch diese Welt, dass er einen jeden veränderte, der ihn ernst nahm.

 

 

 

 

 

 

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